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Bürgel

Getreu dem Motto: “einfach mal gucken, was da so ist”, unternahmen wir schon letztes Wochenende eine kleine Tour in der näheren Umgebung (wenn auch ohne Bericht an dieser Stelle). Auch letzte Woche war das Wetter nicht gerade einladend, genau wie heute. Doch das Resümee der vorigen Woche konnten wir heute bestätigen: So sehr wichtig ist das Wetter nicht. Es gibt immer Interessantes zu entdecken!

Die Tourplanung erfolgte ganz einfach durch Begucken einer Landkarte. Was liegt in der Nähe, wo wir noch nicht waren? Wie könnte man eine Rundwanderung gestalten? So kam ich auf das Silberthal und Bürgel – doch es folgte sofort der Einspruch “Bürgel will ich machen, wenn dort was in Sachen Töpferei zu sehen ist. Nicht mitten im März, wenn am Sonntag alles zu hat!”
Zum Glück kam ich auf die Idee, diesbezüglich im Internet nachzusehen – und siehe da: Volltreffer! Auch in Bürgel findet gerade jetzt der 7. Tag der offenen Töpferei statt ;-)

Das Auto stellten wir ins Silberthal und wanderten dann über Thalbürgel – Bürgel – Silberthal:

Zum ersten Bild kann ich mich erst nach 2 km Wanderung entschließen.

Zum ersten Bild kann ich mich erst nach 2 km Wanderung entschließen.

Wer genau wissen will, wo dieses Bild gemacht wurde, folge diesem Link: http://www.panoramio.com/photo/68313994 (Auch weitere Bilder von diesem Tag sind dort zu finden.)

Die Galloways verführen mich zur ersten Bildserie. Ich zeige hier nur meinen Favoriten.

Die Galloways verführen mich zur ersten Bildserie. Ich zeige hier nur meinen Favoriten.

Doch dann kommt das erste echte Highlight: Die Klosterkirche Thalbürgel.

Doch dann kommt das erste echte Highlight: Die Klosterkirche Thalbürgel.

Was für ein Bau an so versteckter Stelle! Zugang gibt es heute leider nicht - da müssen wir wohl nochmal kommen.

Was für ein Bau an so versteckter Stelle! Zugang gibt es heute leider nicht - da müssen wir wohl nochmal kommen.

Nach einem sinnlosen Umweg, der nur unserer Kondition diente (Folge nicht dem Wegweiser “Bürgel Sportplatz”!), kamen wir dann auch in Bürgel an, besuchten den “Echtbürgeler” Kaufladen, kauften nichts, und gingen endlich zur Werkstatt.

Die Töpferei-Dichte ist in Bürgel sehr hoch. Die Folgenden Bilder sind aus der Töpferei "Echt Bürgel".

Die Töpferei-Dichte ist in Bürgel sehr hoch. Die folgenden Bilder sind aus der Töpferei "Echtbürgel".

Wir wurden sehr freundlich empfangen und zum Zuschauen beim Drehen einer Napfkuchenform eingeladen.

Wir wurden sehr freundlich empfangen und zum Zuschauen beim Drehen einer Napfkuchenform eingeladen.

Schon nach wenigen Sekunden wird die Grundform sichtbar.

Schon nach wenigen Sekunden wird die Grundform sichtbar.

Die typische Ausformung geschieht auch ganz fix und exakt - wenn man es kann.

Die typische Ausformung geschieht auch ganz fix und exakt - wenn man es kann.

Eines der vielen Trockengestelle.

Eines der vielen Trockengestelle.

Bemal-Abteilung

Bemal-Abteilung. Das hier noch helle Blau wird erst im Brennofen zum bekannten Dunkelblau.

Faszinierend, wie exakt und schnell man (frau) mit der Hand arbeiten kann, wenn man genügend Übung hat.

Faszinierend, wie exakt und schnell man (frau) mit der Hand arbeiten kann, wenn man genügend Übung hat.

Auch in die Brennöfen durften wir schauen. Hier eine Bestückung zum ersten Brenndurchgang.

Auch in die Brennöfen durften wir schauen. Hier eine Bestückung zum ersten Brenndurchgang.

Auch wenn wir nichts kauften, finden wir es  gut, dass sich hier noch echtes Handwerk dieser Art behaupten kann. Leicht ist es bestimmt nicht – aber man denkt sogar an die Zukunft und möchte (zumindest bei “Echtbürgel”) in diesem Jahr einen Lehrling ausbilden. “Damit sie nicht alle in den Westen gehen!” müssen …

http://www.echt-buergel.de/

Die Lache der Wanderhure

Ein Verriss aus Rache für vergeudete Lebenszeit

Es ist richtig, dass ich mir “Die Wanderhure” – also sozusagen Teil 1 – anfangs nur mit etwas Widerwillen angesehen habe und am Ende dann doch eine positive Meinung zum ganzen Film hatte. Ich fand, das Ding war in sich schlüssig und gut gemacht, ein sehenswerter Fernseh-Unterhaltungsfilm mit Ambitionen zur Kino-Qualität.

In der Mitteldeutschen Zeitung vom 28.2.2012 heißt es dann auch:

Mit der deftig-derben Adaption des Bestsellers „Die Wanderhure“ ist Sat.1 im Herbst 2010 ein echter Coup gelungen: Die Romanverfilmung mit Alexandra Neldel hatte zehn Millionen Zuschauer. Das Mittelalter-Epos war der erfolgreichste Fernsehfilm des Jahres. Nie zuvor hat eine Sat.1-Eigenproduktion ein größeres Publikum erreicht.
Bei solchen Zahlen ist eine Fortsetzung obligat, und wenn es stimmt, dass sich Kritikerlob und Zuschauerzuspruch gegenseitig ausschließen, wird „Die Wanderhure“ ihren Spitzenplatz behalten: weil der zweite Film viel besser ist.

Zwar irritierten mich die logischen Windungen im letzten Zitatsatz von Tilmann P. Gangloff gewaltig (ich erkenne nur im Zusammenhang mit seinen folgenden Sätzen, was er meint), doch weckte der Artikel auch das Interesse: Welche Meinung würde ich selbst haben?

Also ließ ich den Recorder laufen, schnitt fein die Werbung heraus und setzte mich gestern Abend mit meiner Frau erwartungsvoll vor den Fernseher.
Nach 20 Minuten konnte ich nicht mehr und kommentierte: “Was ist denn das für ein Scheiß!” Worauf ich Zustimmung vom restlichen Publikum erhielt.
Wir waren aber tapfer und hielten bis zum Ende durch. Leider wurde es nicht besser …

Daraufhin kramte ich die alte Zeitung hervor und las den Artikel nochmals. Unfassbar was da steht:

Vielleicht liegt es daran, dass sich Regisseur Hansjörg Thurn [...] nun besser im Mittelalter auskennt. Der wahre Grund für die unverkennbare Qualitätssteigerung dürfte jedoch das Drehbuch sein.

Genau hiermit kann ich absolut nicht mitgehen. Das macht mich hochgradig misstrauisch. Von einem Fachautor erwarte ich in anbetracht dieses Machwerkes eine andere Meinung, wenigstens den Hauch einer begründeten Kritik und nicht diese Lobhudelei!
Gerade das Drehbuch halte ich für sehr schwach. Hier wurden Klischees in großem Stil verwurstet. Und wenn dabei solche Sätze kommen wie:

Auch wenn Kontinente zwischen uns liegen, ich werd’ immer bei dir sein.

oder

Du kannst meinen Körper besitzen, aber meine Seele nie.

bekomme ich Angst, dass sich mein Flachbildfernseher vor lauter Schmalz aufbläht und platzt!

Und was heißt hier “nun besser im Mittelalter auskennt”?
Wirklich, ich habe schon lange nicht mehr so einen schlechten Mittelalter-Film gesehen!

Was sollen denn z.B. die hohen Bäume in Burgnähe?
Die zwei Wachen des Großinquisitors werden sinnlos gemeuchelt, weil es wohl nach Meinung der Macher an der Zeit war, wieder eine Action-Szene einzubauen. Die Folgen einer solchen Tat spielen überhaupt keine Rolle.
Freidenkerisches Nonnenkloster mit königlichen Beziehungen? Ok, nett ausgedacht, aber ungenutztes Potential im Filmverlauf.
Selbst der Böse wirkt nur durch seine Maske. Die Masken-Abnehmszene ist lapidar, wozu setzt er das Ding nur wieder auf?
Und wenn als arme Reisende verkleidete Hauptdarsteller auf edlen Rössern durch die Landschaft preschen, macht das niemanden im Film stutzig – außer den mitdenkenden Zuschauer, der den Schwachsinn kaum noch ertragen kann.
Und dann diese optischen Anleihen bei “Herr der Ringe” …
Nicht mal eine sehenswerte Sexszene hat man hinbekommen, man arbeitet ja für den Kuschelsender …
…  die Liste ließe sich weiterführen …

Und deshalb heißt meine Überschrift “Die Lache der Wanderhure”.
Die lachen sich kaputt!
Mit solch einem Blödsinn solche Einschaltquoten zu erreichen, ist schon ein großes (unverdientes) Glück.

War ich jetzt zu böse, zu elitär, zu eingebildet?
Kann ja sein, dass das so gesehen wird. Schließlich hat auch dieser Film Arbeit gemacht und Geld gekostet und man hat sich dabei etwas gedacht. – Ja, und genau das ist es, was mich so aufregt: Man denkt, das Publikum ist blöd und will solch Mittelalter-Fast-Food-Spektakel. Man, bin ich froh, dass ich wenigstens nicht noch die Werbepausen dabei hatte …

Unter http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,817864,00.html fand ich folgenden Kommentar:

Also ganz ehrlich, ich bin hart im Nehmen.
Normalerweise schaue ich jeden Film bis zum Ende, vielleicht verpasse ich ja irgendwas.
Ich habe den Fernseher nach ca. 1h ausgemacht. Die historische Recherche für dieses Werk hat scheinbar im Geschichtsbuch der Sonderschule stattgefunden. (Was machen bitte Belagerungstürme zusammengebaut in einem Feldlager im Wald??) Nur zu wissen, dass Sigismunds Regentschaft und die Hussitenkriege zur selben Zeit waren reicht nicht zu guter Mittelalter-Unterhaltung.

Linktipp:

http://www.moviepilot.de/movies/die-rache-der-wanderhure

Gondwanaland

… das ist schon wieder eine Woche her – damit der Februar wenigsten noch auf 3 Artikel kommt, hier noch schnell ein kleiner Nachgucker vom Sonntagsausflug letzter Woche:

Gondwanaland im Leipziger ZOO steht schon lange auf unserer Liste. Bevor wieder der Frühlingsrummel losgeht (und die Sommerpreise gelten), wollten wir die Sache noch erledigen und unsere Neugier stillen. Gut, dass wir erst jetzt dazu gekommen sind: Wie ich erfuhr, haben die Besucher, die sich zeitnah zur Eröffnung auf die Beine machten, nicht so viel zu sehen bekommen, wie wir jetzt. Und es wird wohl auch noch mehr werden …

Dicke Luft hier! Da wird die beste Linse zum Milchglas.

Selbst kurz vor Ende der Bootsfahrt hat sich die Technik noch nicht akklimatisiert.

Auf der Affeninsel kommt man in direkten Kontakt mit den schnellsten und frechsten Affen, die ich je erlebte. Die beißen!

Das ist hier eine reine Männerrunde.

Die Besucher sollen sich langsam bewegen, damit sie nicht aus Versehen ein Äffchen zertreten. Bei dem Affenzahn, den die Kerlchen draufhaben, wird dies nie passieren.

Erst die flinken Affen - und dann dieses Faultier, das seinen Namen Ehre macht.

Warum bekommen die Riesenotter nur tote Fische?

Die Tapire werden an das Gehege gewöhnt. Viel Geduld braucht das.

Freilich habe ich auch noch Panoramen gemacht. Da muss ich aber noch Zeit investieren, damit die ordentlich ausgerichtet zusammengesetzt werden. Die Hallendeckenstruktur fügt sich stellenweise kompliziert ins Panorama. (Stück für Stück werde ich die Panoramen in Panoramio veröffentlichen. Siehe Link rechts oben.)

Noch zwei Tipps:

Frühes Kommen vermeidet sinnlose Ansteherei zur Bootstour.

Wer vorn im Kahn sitzt, sieht die Multimediashow in der Höhle am besten.